Vielversprechender Stotterstart

 

Wie begossene Pudel schlichen die Spieler unserer ersten Mannschaft am Samstag von der Listernohler Langewiese. Gerade erst hatte man gegen Tabellennachbar Plettenberg eine bittere 2:4-Niederlage hinnehmen müssen. Es war bereits die zweite mit vier Gegentoren in diesem Jahr und die zweite, die in ihrem Zustandekommen höchst unnötig erscheint. Denn sowohl beim Spitzenreiter aus Salchendorf als auch gegen das Team aus dem Märkischen Kreis war man keinesfalls derart unterlegen, wie die Ergebnisse vermuten lassen. „Kaufen können wir uns dafür nichts“, frotzelte ein noch sichtlich angefressener Rene Sangermann nach dem Spiel in der Mixed-Zone. Immerhin stehe man nur noch vier Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt.

 

Recht hat er in jedem Fall. Die tabellarische Situation ist ohne Frage höchst unbefriedigend – um nicht zu sagen, langsam bedrohlich. Der LWL ist heimlich, still und leise im Abstiegskampf angekommen. Das Gefühl für einen neutralen Beobachter ist aber doch irgendwie ein anderes. Die Auftritte passen mit Ausnahme der ersten Halbzeit am Samstag wahrlich nicht zu einem Abstiegskandidaten. Auch wenn sich das nach zwei Pleiten mit insgesamt acht Gegentoren blöd anhört: Unsere Erste ist spielerisch derzeit sehr gut unterwegs. Das wurde besonders in Salchendorf deutlich, als man keinen Geringeren als den Tabellenführer phasenweise dominierte. Wenn ein gegnerischer Trainer nach einem 4:1-Erfolg zu Protokoll gibt, seine Mannschaft habe das nötige Glück gehabt, sagt dies einiges aus. In der Tat wirkt der LWL deutlich ballsicherer als noch in der Hinrunde. Sowohl Passquote (85 %) als auch Spielanteile (61 %) sind nach der Winterpause in die Höhe geschnellt. Jetzt werden Kritiker behaupten, dass Ballbesitz allein keine Spiele gewinnt, wie die Erste in den beiden letzten Partien ja auch schmerzlich erfahren musste. Entscheidend ist aber die Tatsache, dass die Ballbesitzphasen auch in Torchancen umgemünzt werden können. Das belegen nicht zuletzt die nackten Zahlen: Unsere Jungs schießen mit 18 Versuchen pro Spiel öfter denn je auf das Tor und erarbeiten sich auch mehr Großchancen (10 in 2018) als noch im Vorjahr.

 

Einzig der Ertrag bleibt noch unzureichend. Der wäre gerade jedoch in der jetzigen Phase enorm wichtig. Denn durch das offensivere Spiel läuft das Team von Trainer Dawid Jaworski Gefahr, hinten anfälliger zu werden. Ein Problem, das sich in den vergangenen Spielen leider erheblich im Resultat niedergeschlagen hat. Diese Baustelle will Jaworski in den nächsten Wochen in den Griff kriegen. Es gilt, wie eigentlich fast immer, die berühmte Balance zwischen risikoreicher Offensive und geordneter Defensive zu finden. Vor allem aber wünscht sich der Coach eines: „Wir bräuchten mal dringend ein Erfolgserlebnis, damit die Jungs sehen, dass die neue Spielweise Früchte trägt.“

 

Ein baldiges Erfolgserlebnis wäre aber auch mit einem Blick auf die Tabelle wünschenswert. Denn der LWL spielt in den kommenden Wochen nacheinander allesamt gegen Teams aus dem unteren Tabellendrittel. Den Anfang macht SuS Niederschelden am Sonntag (15 Uhr/ 25.03.2018/ Sportplatz Neu-Listernohl) zuhause. „Das werden richtungsweisende Spiele. Darauf sind wir vorbereitet. Wenn wir weiter an uns arbeiten, wird der Groschen irgendwann fallen. Ich bin sehr optimistisch, dass das schon am Sonntag der Fall sein wird“, erklärt Urgestein Manuel Kolisch auf der Pressekonferenz. Klingt, als habe die Truppe verstanden. Andernfalls könnte es im Ebbegebirge trotz absehbarem Frühlingsanfang aus sportlicher Sicht noch ein bisschen länger eisig bleiben.

 

 

Abstiegskampf?! Nicht mit uns!!! Die drei Punkte bleiben hier!! Auf Sieg, Männer!!!