LWL vor Saisonendspurt: Ab in die Zitterwochen

 

In Köln sagt man: Et kütt wie et kütt. Und et hätt noch immer joot jejange. Eine Lebensweisheit, die dem optimistischen Rheinländer sehr häufig über die Lippen kommt, wenn er in einer nicht ganz so prickelnden Situation steckt. Ähnlich könnte man derzeit auch in unserer Ersten argumentieren. Besonders nach dem 1:2 am Sonntag gegen den bis dato noch Tabellenvorletzten Freudenberg. Doch allein zu wissen, dass irgendwie alles gerade – auf Deutsch gesagt – Murks ist, es aber schon irgendwie gut gehen wird, ist beim LWL wohl die falsche Herangehensweise. „Wir können ja auch die Tabelle lesen. Das wäre ein ganz wichtiger Schritt gewesen. Wir haben es einfach vermasselt“, brachte es Max Humberg nach dem Spiel auf den Punkt. Dahin ist die Chance, sich quasi schon frühzeitig allen Abstiegssorgen zu entledigen. Und dahin ist auch die positive Grundstimmung nach dem 6:1-Kantersieg in der Vorwoche. Denn der LWL bleibt zumindest vorerst in der Verlosung. Auch wenn die Lage mit sieben Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz nicht ganz so bedrohlich erscheint.

Trainer David Jaworski dürften aber ohnehin auch andere Umstände Falten auf die Stirn getrieben haben. Da wäre in erster Linie die am Sonntag gezeigte Leistung. Zwar hatte man den Gegner über eine Stunde lang fest im Griff. In Durchgang eins kombinierte man sogar durchaus noch gefällig und erspielte sich einige gefährliche Situationen. „Wenn es nach einer Stunde 3:0 steht, beschwert sich keiner“, resümierte Basti Klein wohl nicht ganz aus der Luft gegriffen. Stand es aber eben nicht. Und so bekam auch am Sonntag eine der bekanntesten Binsenweisheiten im Fußball einmal mehr neue Nahrung: Wenn du vorne keinen machst, kriegst du hinten einen. In diesem Fall blieb es leider nicht nur bei einem Treffer. Denn spätestens mit dem Ausgleich wendete sich das Blatt. Freudenberg wirkte von nun an deutlich giftiger, während der LWL komplett den Faden verlor. „Das darf uns nicht passieren. Schon gar nicht zuhause. Wir müssen in der Lage sein, dann dagegen zu halten“, ist sich Abwehrrecke Calvin Klein bewusst.

Eine mögliche Erklärung, dass das nicht passierte, lieferte der Blick auf den Spielfeldrand, der dem Trainer ohne Zweifel auch nicht schmecken dürfte. Denn dort versammelte sich eine Reihe von Leistungsträgern, die derzeit verletzungsbedingt gar nicht eingreifen können und auch keine Optionen in der nahen Zukunft darstellen. Das Lazarett wächst gefühlt von Woche zu Woche und wird seit Sonntag nun auch mit Torschütze Rene Sangermann gefüllt. „Das ist keine Ausrede. Wir hatten immer noch genügend Qualität auf dem Platz, um Freudenberg zu schlagen. Meine größere Sorge ist eher Hickengrund“, blickt Jaworski bereits auf den nächsten Gegner.

Dennoch wird der LWL nicht mit randvollem Akku in den Schlussspurt gehen, was zumindest ein bisschen Restangst aufkommen lässt. Ein Blick auf das Restprogramm verdeutlicht aber: Der LWL hat es hauptsächlich gegen direkte Konkurrenten selbst in der Hand.

 

 

 

Zweite vor Durchmarsch

 

Ganz anders die Gefühlslage bei unserer Zweiten. Denn die Reserve steht erneut vor dem Aufstieg. Mit einem Sieg heute gegen Rahrbachtal würde der Durchmarsch von der Kreisliga C in die Kreisliga A immer konkretere Formen annehmen. Noch ist man im Lager der Ebbekicker jedoch vorsichtig. „Darüber reden wir, wenn es soweit ist. Mich interessiert bis auf weiteres nur der kommende Gegner. Aber es wäre natürlich schon cool. Wir würden ja dann quasi die Ligen wechseln, wie andere Leute die Unterhose“, schmunzelt ein sichtlich gelöster Patrick Bender. Allen Grund hat er. Die Zweite steht sieben Spieltage vor Schluss neun Punkte vor dem ersten Nichtaufstiegsplatz und hat noch ein Spiel in der Hinterhand. In den letzten drei Partien gab es zudem drei Siege bei einem Torverhältnis von 23:2!!! Es gab also schonmal schlechtere Ausgangssituationen.